Robert S. Hartman (1910–1973) ist eine dieser Persönlichkeiten, die schwer in eine Schublade passen. Geboren in Berlin in einer Zeit politischer Spannungen, begann er seine Karriere als Jurist und Philosoph – und endete als Begründer einer neuen Wissenschaft, die noch heute Einfluss hat. Sein Leben liest sich wie ein Abenteuerroman: Flucht vor den Nazis, eine Karriere bei Walt Disney, ein Neuanfang in Mexiko und den USA – und schließlich die Entwicklung einer Methode, mit der wir unser persönliches Wertesystem messbar machen können. Diese Methode heißt formale Axiologie, und aus ihr entstand das Hartman Value Profile (HVP).
Ein Leben voller Brüche – und voller Mut
In den frühen 1930er-Jahren war Hartman, dessen Vater jüdischer Herkunft war, ein junger Jurist in Berlin. Er lehrte an der Universität, diente zeitweise als Richter – und stellte sich offen gegen den Nationalsozialismus. In einem Regime, das Gehorsam verlangte und keine Kritik duldete, war das lebensgefährlich. 1932 floh er – mit einem gefälschten Pass. Darauf stand der Name „Hartman", den er fortan behalten sollte.
Seine Flucht brachte ihn zunächst nach Großbritannien. Dort fand er eine Anstellung, die so gar nicht zu seinem philosophischen Hintergrund passte: Er arbeitete für Walt Disney. Seine Aufgabe war es, Disneys Geschäfte in Europa auszubauen. In Skandinavien eröffnete er Büros, verhandelte Verträge, machte Disney zu einem europäischen Player. Man könnte sagen: Ohne Hartman hätte Donald Duck Europa vielleicht erst viel später erobert.
Die Idee der formalen Axiologie
Doch der Mann, der tagsüber Geschäftsverträge aufsetzte, grübelte nachts über die großen Fragen: Was ist „das Gute"? Wie können wir Werte so definieren, dass sie nicht nur leere Worthülsen bleiben? Hartman wollte Werte nicht nur „besprechen", sondern systematisch und wissenschaftlich fassen. Sein Grundgedanke: „Gut ist, was seinem Konzept entspricht."
Das klingt zunächst trivial – ist es aber nicht. Denn es bedeutet: „Gut" ist nicht einfach eine moralische Zuschreibung, sondern etwas, das man logisch überprüfen kann. Ein Messer ist „gut", wenn es schneidet. Eine Freundschaft ist „gut", wenn sie trägt. Ein Gesetz ist „gut", wenn es in sich stimmig ist und seinen Zweck erfüllt.
Um dieses Denken greifbar zu machen, unterschied Hartman drei Dimensionen des Wertes:
- Intrinsisch: der Wert von Menschen an sich. Jeder Mensch ist einzigartig und unvergleichlich – du kannst ihn nicht durch „irgendjemanden" ersetzen.
- Extrinsisch: der Wert von Dingen oder Handlungen nach ihrer Funktion. Ein Werkzeug ist gut, wenn es seinen Zweck erfüllt.
- Systemisch: der Wert von Konzepten, Regeln und Ideen. Ein Plan ist gut, wenn er logisch aufgebaut ist und funktioniert.
Diese drei Dimensionen sind bis heute die Grundlage der formalen Axiologie – und machen deutlich: Werte sind nicht beliebig. Sie folgen Strukturen, die wir erfassen und messen können.
Vom Denken zum Testen: Das Hartman Value Profile
Die Theorie war spannend – aber Hartman wollte mehr. Er wollte eine Methode schaffen, mit der man das individuelle Wertedenken eines Menschen sichtbar machen kann. So entstand in den 1960er-Jahren das Hartman Value Profile (HVP).
Der Ablauf ist verblüffend einfach: Du bekommst zwei Listen mit je 18 Aussagen (Check dein Profil verwendet einen erweiterten Test mit vier Rangreihen je 18 Aussagen). In der einen Liste ordnest du Aussagen über die „äußere Welt", in der anderen solche über dich selbst. Du entscheidest, was für dich „besser" oder „schlechter" klingt, und bringst die Aussagen in eine Rangfolge. Was wie ein kleines Gedankenspiel wirkt, ist mathematisch hoch komplex. Denn aus deinen Rangordnungen lassen sich über 100 Indizes berechnen, die zeigen, wie du Werte setzt: in Bezug auf dich selbst und in Bezug auf die Welt.
Bereit, mehr über dich zu erfahren?
Mach den kostenlosen Persönlichkeitstest. Unsere Garantie: Keine Schubladen, sondern wissenschaftlich fundiert. Entdecke, wo deine Stärken liegen!Ein spannendes Konzept allein reicht nicht – es muss auch belastbar sein. Deshalb wurde das HVP in zahlreichen Studien untersucht.
• Es erfüllt die Anforderungen der EEOC (Equal Employment Opportunity Commission) in den USA: Es diskriminiert weder nach Alter, Geschlecht noch Herkunft.
• Studien zeigen eine hohe Reliabilität – also die Fähigkeit, bei wiederholten Tests vergleichbare Ergebnisse zu liefern.
• Validierungsstudien an Universitäten belegen überdies, dass die Ergebnisse konsistent sind und mit anderen psychologischen Instrumenten korrelieren.
Und was bedeutet das für dich?
Das alles ist interessant – aber warum sollte es für dich persönlich relevant sein? Weil dein Wertesystem täglich bestimmt, wie du denkst, fühlst und handelst! Das HVP liefert dir eine Art Landkarte deines Wertedenkens. Es zeigt, wo deine Stärken liegen – vielleicht deine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, dein Mitgefühl für andere oder deine Zielstrebigkeit. Es zeigt auch, wo du Potenziale hast, die du bisher nicht voll nutzt. Menschen, die ihr HVP-Profil sehen, erzählen oft von "Aha!"-Momenten. Plötzlich verstehen sie, warum sie in bestimmten Situationen so reagieren. Sie erkennen, wo sie sich selbst blockieren – und wo sie ihre Energie besser einsetzen können.
Das Besondere: Es ist kein starres Etikett nach dem Motto „du bist Typ X oder Y", sondern ein dynamisches Bild deines Denkens. Es zeigt, wie du heute urteilst – und wo du wachsen kannst. Genau darin liegt die Kraft: zu erkennen, wo deine Möglichkeiten liegen, und die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Robert S. Hartman floh vor den Nazis, arbeitete für Disney und entwickelte später die Wissenschaft der formalen Axiologie. Daraus entstand das Hartman Value Profile (HVP) – ein Instrument, das nicht Intelligenz oder Persönlichkeit misst, sondern die Fähigkeit, Werte zu erkennen und gute Entscheidungen zu treffen. Mit dem HVP erhältst du einen einzigartigen Einblick in deine Stärken, deine Motivation und deine Potenziale – klarer und ehrlicher, als es klassische Persönlichkeitstests je könnten.