Myers-Briggs-Typenindikator

"Nicht besser als ein Glückskeks"?

Das Hartman Value Profile ist nicht der einzige Persönlichkeitstest. Myers-Briggs' Typenindikator gehört zu den bekanntesten, doch Kritiker sagen: Die Popularität des MBTI ist eher das Ergebnis geschickten Marketings denn wissenschaftlicher Stärke. Wir schauen genauer hin …

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Der Myers-Briggs-Typindikator (MBTI) hat eine beeindruckende Karriere hinter sich: Er wird von Unternehmen genutzt, von Coaches empfohlen und von Millionen Menschen als Selbstentdeckungstool verwendet. Doch gleichzeitig ist er einer der umstrittensten Tests der Psychologie. Kritiker fassen nüchtern zusammen: Der MBTI besitzt „eine geringe Test-Retest-Reliabilität, geringe Validität" und leidet unter dem „Barnum-Effekt", bei dem vage Aussagen als persönlich zutreffend empfunden werden – ähnlich wie bei einem Horoskop. Diese Kritik kommt nicht aus einer Nische – die Vielzahl der Stimmen weist eher in die Richtung: sie ist wissenschaftlicher Konsens.(1)

Der MBTI sortiert Menschen in 16 Persönlichkeitstypen. Das klingt übersichtlich, eingängig und fast schon magisch. Mit ein paar Dutzend Fragen erfährt man, ob man ein „ENTP" oder ein „ISFJ" ist, ganz so als hätte man eine Art Charakterhoroskop erhalten. Und genau hier beginnt das Problem. Charaktereigenschaft von Menschen sind nicht schwarz oder weiß, und psychologische Merkmale sind keine Entweder-oder-Kategorien. Moderne Forschung zeigt klar, dass Persönlichkeitsmerkmale kontinuierlich verteilt sind. Der MBTI ignoriert das und zwingt Menschen in Schubladen, die weder stabil noch realistisch scheinen.

Die geringe Test-Retest-Reliabilität bedeutet konkret: Ein erheblicher Teil der Anwender erhält innerhalb weniger Wochen einen anderen Typ. Das haben Untersuchungen belegt, bei denen bis zu 76(!) Prozent der Teilnehmer bei einer Wiederholung einen anderen Typ erhalten – ein alarmierender Wert für ein Verfahren, das angeblich Identität abbildet(2). Hinzu kommt die fragliche Validität. Experten bezweifeln außerdem jegliche Eignung des MBTI zum Einsatz in beruflicher Entwicklung. Psychometrie-Spezialist Robert Hogan fasst zusammen: „Die meisten Persönlichkeitspsychologen betrachten den MBTI als kaum mehr als einen chinesischen Glückskeks."(3)

Das Hartman Value Profile

Bei den Fragen des MBTI sollen sich die Probanden zumeist selbst einschätzen. Schon der Ansatz ist problematisch, weil wir dazu neigen, uns besser darzustellen als wir sind, weil wir ein gutes Ergebnis möchten. Das Hartman Value Profile (HVP) misst dagegen, wie ein Mensch wertet, also wie er Bedeutung zuordnet, Entscheidungen trifft und Situationen beurteilt. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Das HVP lässt keine Selbsttäuschung zu: Es basiert auf einem mathematischen Modell, nicht auf Selbsteinschätzungen. Diese Logik ist empirisch belastbar. Studien belegen hohe Reliabilitätswerte: Test-Retest-Korrelationen von 0.82 und 0.84, Spearman-Koeffizienten bis 0.92 und Kendall-Koeffizienten bis 0.84, wie in wissenschaftlichen Studien bestätigt wird(4). Die Deutung hinter diesen Zahlen: Hartmans Value Profile funktioniert.

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Der MBTI sortiert, das HVP erklärt. Der MBTI sagt: „Du bist ein ENTP." Das HVP sagt: „So priorisierst du Menschen, Dinge und Systeme – und deshalb triffst du deine Entscheidungen so, wie du sie triffst." Der MBTI gibt Etiketten, das HVP gibt Einsichten. Und diese Einsichten sind stabil, weil das Wertesystem eines Menschen ein tief verankertes Muster ist, das sich selten drastisch verändert. Deshalb betonen die wissenschaftlichen Arbeiten zum HVP, dass die Ergebnisse „stabil und sicher" sind – sein Wertesystem „wechselt man nicht" (so schnell).

Am Ende geht es aber nicht um einen akademischen Streit, sondern um Erkenntnis. Wer unseren kostenlosen Persönlichkeitstest macht, bekommt bereits einen ersten Eindruck davon, wie sein Wertemuster aussieht und welche Fähigkeiten sich daraus ergeben. Der vollständige Bericht zeigt zudem, wieviel unseres Potentials wir aktuell nutzen, wie viel Aufmerksamkeit wir unseren Fähigkeiten schenken.

So erkennen wir Potentiale für unsere persönliche Entwicklung – als Mensch und beruflich.

1 Grant, Adam (2013). Goodbye to MBTI, the Fad That Won't Die. Psychology Today.
2 Pittenger, David J. (1993). "Measuring the MBTI… And Coming Up Short". Journal of Career Planning and Employment
3 Hogan, Robert (2007). Personality and the fate of organizations. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates. p. 28. ISBN 978-0-8058-4142-8. OCLC 65400436
4 axiology.org (2017). Validity Studies of the Hartman Value Profile Model. https://www.axiologic.org/wp-content/uploads/2017/02/HartmanValidityStudies.pdf
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